Unser Corona-Jahr

Dezember 2020

Wie auch vielen anderen Vereinen machte uns die Corona-Pandemie einen jähen Strich durch die Jahresplanung. Nachdem am 13. März durch die Schulschließungen klar wurde, dass sich das Leben in den nächsten Wochen stark verändert würde, stand bei uns eine große Tunnelbau-Aktion vor der Tür. Mit gemischten Gefühlen brachten wir die Aktion am 14. und 15. März noch über die Bühne und sagten danach sämtliche Mithilfe auf dem Acker für unsere Mitglieder*innen ab – ausgerechnet in einer Phase, in der viel Pflanz- und Jätearbeit anfallen würde. Die Erntelieferungen sollten allerdings weiterhin wöchentlich wie gewohnt erfolgen. Dazu erarbeitete der Vorstand ein Hygienekonzept für die Depotbesuche. In den kommenden Wochen kamen viele Nachfragen nach Mithilfe von SoLaWistas, die auf einmal mehr Zeit zur Verfügung hatten und sich nach etwas „Auslauf“ und Abwechslung sehnten. Hier mussten wir schweren Herzen erstmal Absagen erteilen, da wir nicht nur Verein, sondern auch Arbeitgeber sind und unserem Gärtnerteam gegenüber eine besondere Sorgfaltspflicht haben. Wie in vielen Lebensbereichen herrschte Unsicherheit. Nachdem wir aber nach wiederholten Anfragen grünes Licht vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) bekamen, führten wir ein Zwei-Schichten-System ein, in dem sich jeweils zwei Haushalte pro Schicht zum „Mitackern“ anmelden konnten. Ab Mitte Juni war dann wieder ein „normales“ Mitackern möglich – hier aber durch wiedereinsetzende Verpflichtungen unserer SoLaWista die Resonanz nicht so hoch, wie wir es uns erwünscht hätten. Mitte Juli konnte dann an einem Wochenende doch noch eine größere Pflanz- und Jätaktion stattfinden. Das Herzensprojekt für unser Gärtnerteam, der Bau des Tiny House, wurde unter Beachtung aller Hygienevorschriften von einer mittlerweile als „Bautrupp“ bezeichneten Gruppe von SoLaWistas über die Sommer- und Herbstmonate fertiggestellt. Ausgefallen sind leider unser Oster- und Sommerfest, sowie viele geplante Pflanz- und Ernteaktionen. Unser Gärtnerteam musste folglich phasenweise gegen einen Berg an Arbeit anackern. Unsere SoLaWi lebt nicht nur durch die Gemeinschaft, sie ist auch in der Bewältigung der anfallenden Aufgaben auf Arbeitsleistungen aus den Reihen der Vereinsmitglieder angewiesen. Zudem konnten wir unsere SoLaWi nicht auf Veranstaltungen wie der Climate Action Week, der Ökomesse in Buxtehude oder dem Klimaschutz-Aktionstag des Landkreises Stade einem größeren Publikum bekannt machen. Unsere Mitgliederversammlung und die Informationsveranstaltung zum neuen Erntejahr inklusive Bieterrunde können ebenfalls nicht im bekannten Format stattfinden. Hier haben Vorstand und Gärtnerteam bereits Videokonferenzen mit den einzelnen Depots angeboten, um das auslaufende Erntejahr zu reflektieren. Es bleibt spannend, wie erfolgreich die Vergabe von Anteilen für das neue Erntejahr verlaufen wird.  Die Bieterrunde wird ausschließlich online stattfinden.
Was ist unser Fazit? Einerseits hätten wir ohne die pandemiebedingten Einschränkungen sicherlich eine reichhaltigere Ernte in die Depots bringen können. Auch lebt unsere Idee von Möglichkeiten, zusammenzuarbeiten, aufeinanderzutreffen und sich auszutauschen – unsere Gemeinschaft hätte sich in diesem Jahr noch weiter festigen sollen. Andererseits hat die Pandemie gezeigt, wie wichtig Projekte wie das unsere sind, wenn die Welt aus den Fugen zu geraten scheint und etablierte Versorgungswege nicht mehr reibungslos funktionieren. Sich mit Gemüse versorgen zu können, das vor der Haustür wächst und verteilt werden kann, ohne dafür in einen Supermarkt gehen zu müssen, ist ein Prinzip mit Zukunft!

Highlight: Endlich wieder eine gemeinsame Acker-Aktion

Juli 2020

Am 18. Und 19. Juli war es dann doch soweit: Bei herrlich sommerlichen Temperaturen konnte die einzige gemeinschaftliche Acker-Aktion des Jahres stattfinden. Unter Einhaltung der bereits bekannten Corona-Regeln und leider mit Verzicht auf ein gemeinsames Mittags- und Kuchenbuffet wurde gepflanzt, Beikraut gejätet und ein beeindruckender Haufen Mist auf den Beeten verteilt. Auch unser Toilettenhäuschen bekam den letzten Schliff. Ein erfolgreiches und schönes Zusammentreffen! Gerne hätten wir dieses Jahr viele dieser Aktionen gestartet, um vor allem den neuen SoLaWistas zu zeigen, wie viel Spaß Solidarische Landwirtschaft machen kann!

Ein stilles Örtchen mit Herz

Juni 2020

Unsere bereits angeschaffte Komposttoilette der Firma Werkhaus ist nun einsatzbereit. Damit die Verrichtung des Geschäfts nicht völlig „open air“ passieren muss, wurde ein Klohäuschen mit Herz und Handwaschgelegenheit (sogar mit Spiegel!) gebaut. So bleibt nun der längere Weg bis zur Meibohmschen Diele aus. Vielen Dank an Familie Meibohm, dass wir eure Toilette so lange nutzen durften!

Wir platzen aus allen Nähten!

Mai 2020

Im Verlauf des Frühjahrs wurde klar, dass das Buxtehuder Depots mit über 30 SoLaWistas aus allen Nähten platzt. Beim Abholen gibt es zu Stoßzeiten Warteschlangen (vor allem jetzt, wo die Depots nur einzeln betreten werden dürfen), die Garage fasst kaum noch die Erntemenge und auch die Betreuung der Mitglieder sprengt die Kapazitäten der Depotpaten. Es musste also ein neues Depot her. Nach einigen Anfragen hat nun Katja einen ungenutzten Schuppen auf ihrem Grundstück zur Verfügung gestellt. Er hat Strom, Licht und einen einfachen Zugang von der Straße und erfüllt damit alle Voraussetzungen für ein zweites Buxtehuder Depot. Christoph und Micha haben in einer kleinen Bauaktion Regale gezimmert und die unverzichtbaren Ausstattungsmerkmale Pinnwand (hier noch nicht im Bild), Waage und Biotonne ergänzt. Die Buxtehuder SoLaWistas werden nun auf Grundlage der Erreichbarkeit auf die Depots „West“ (altes Depot) und „Ost“ (neues Depot) aufgeteilt und die Situation entspannt sich somit. Vielen Dank an alle Beteiligten für die schnelle Lösung des Problems.

Der Winter kann kommen – Remise jetzt winterfest

Oktober 2019

Damit unsere Erntehelfer/innen und Kommissionierer/innen in den Wintermonaten keine kalten Füße bekommen, hat Peter zusammen mit Ralf, Knud, Stefan, Christoph und Micha die Remise nun in einer mehrtägigen Aktion komplett witterungsfest ausgebaut.

Die kurze Seite wurde bereits am Ackeraktionstag am 28.09. unter Mitarbeit einiger SoLaWista mit Kunststoffelementen verschlossen, so dass der Wind hier keine Chance mehr hat. Nach sechs weiteren Arbeitstagen ist der Schutz nun rundherum ausgebaut und die lange Seite ziert ein stabiler Vorhang aus LKW-Planen, der sich bei Bedarf leicht verschieben lässt.

Hier waren viele schlaue Köpfe und tatkräftige Helfer am Werk – vielen Dank für eure guten Ideen und fürs Anpacken.
Alle, die im Winter auf den Acker müssen und wollen, werden diese Aktion zu schätzen wissen!