HÄUFIGE FRAGEN

Wie kann ich mitmachen?

Im laufenden Erntejahr 2019/20 nehmen wir keine neuen Mitglieder mehr auf, führen aber eine Interessentenliste für das Erntejahr 2020/21.
Voraussichtlich im Oktober wird es eine Infoveranstaltung für alle Interessierten geben. Anfang Januar findet dann die Bieterrunde statt, bei der die Anteile neu vergeben werden. Genauere Termine folgen noch an dieser Stelle.

Wie läuft das Bieterverfahren ab?

Das kann am besten mit einem Beispiel erklärt werden:
Eine Gruppe von 100 Menschen möchte zusammen solidarisch eine Landwirtschaft finanzieren. Die Kosten betragen für ein Wirtschaftsjahr 95.000 EUR. Nun könnte jeder 950 EUR geben, damit diese Summe zusammenkommt. Da wir aber solidarisch arbeiten wollen, gibt jeder so viel er kann – das passiert in Bieterrunden:
1. Der Richtwert von 950 EUR wird bekanntgegeben.
2. Jeder bietet einen Betrag, der sich an den 950 EUR orientiert. Manche vielleicht 800 EUR, andere 1.100 EUR.
Wenn nun alle Gebote summiert werden, müssen die Kosten von 95.000 EUR gedeckt sein. Wenn nicht, beginnt eine zweite Bieterrunde, in der jeder schaut, was er noch zusätzlich geben kann, um die Kosten zu decken. Gegebenenfalls muss am Anbauplan und den Investitionen etwas verändert werden, damit die Kosten gedeckt sind.

Und wenn ich euch erstmal kennenlernen will, bevor ich mich entscheide?

Das ehrenamtliche Führungsteam besteht momentan aus drei jungen motivierten, berufstätigen Leuten mit und ohne Familie, die teilweise auch schon selber Acker- und SoLaWi-Erfahrung haben. Mit unseren Arbeitsgruppen sind wir bereits ca. 25 Aktive, die nun Acker, Logistik, Finanzen und Kommunikation etc. vorantreiben. Unsere beiden Gärtner heißen Moritz und Micha und werden im Menüpunkt „Unter uns“ vorgestellt. Wer die beiden oder unsere Ackerfläche genauer kennenlernen möchte, kann gerne vorbei kommen, am besten unter der Woche vormittags oder am Donnerstagnachmittag. Ihr findet uns auf dem Biohof Meibohm, Lange Straße 2 in 21702 Ahlerstedt-Ahrenswohlde.
Kurze Wegbeschreibung: Unter den Bäumen parken, parallel zur Straße links am Hof vorbei gehen, hinter dem letzten Stallgebäude kann man den Acker schon sehen.

Wie viel Gemüse ist in einem Anteil enthalten?

Ein ganzer Anteil soll eine Gemüse-Vollversorgung für eine durchschnittlich oft kochende Familie abdecken, die sich fast ausschließlich vegetarisch ernährt (oder viel Rohkost isst). Es gibt allerdings auch vierköpfige Familien, die nur einen halben Anteil zeichnen, weil nur am Wochenende zusammen gegessen wird oder auch Fleisch auf dem Speiseplan steht. Um ein Gefühl für die Menge zu bekommen, kann man für ein Jahr auch erst einmal einen halben Anteil zeichnen oder sich einen ganzen Anteil mit Freunden oder Nachbarn teilen. Im laufenden ersten Erntejahr haben wir natürlich auch einiges dazugelernt, was die Bedingungen auf dem Acker und die Mengenkalkulation betrifft. So hatten wir z.B. eine Auberginen- und Lauchzwiebelschwemme, vom Mangold war allerdings pro Anteil immer zu wenig da, um ein vollständiges Gericht daraus zu kochen. Hier sind wir bereits um einiges schlauer geworden und können unsere Erfahrungen ins zweite Erntejahr einfließen lassen.
Hier noch ein Beispiel für die Mengen in der ersten Septemberwoche 2019 (1 Anteil): 500g Tomaten, 1 Salatgurke, 800g Möhren, 4 Paprika, 100g Radieschen, 1 Salatkopf, 1 Zwiebel, 100g Schnittsalat, 55g Rucola, 45g Schnittlauch, 3,2 kg Kartoffeln (im 2 Wochen-Rhythmus, müssen dazu bestellt werden).

Wie viel ist ein Anteil Brot?

1 großer Laib Brot, ca. 1 gutes Kilo pro Woche – entsprechend 4,50 EUR pro Brot (beim aktuellen Richtwert).

Gibt es auch Obst?

Obst ist in diesem Herbst aktionsweise durch eine Kooperation mit einem Biobauern lieferbar.
Längerfristig ist geplant, im Herbst regelmäßig Äpfel anzubieten, allerdings verfügen wir hier noch nicht über die Logistik.

Kann ich mir aussuchen, welches Gemüse ich bekomme? Und wer bestimmt die Mengen?

Wahlmöglichkeiten wie bspw. bei der Bestellung einer Gemüsekiste gibt es nicht. Wir planen eine vielfältige und abwechslungsreiche Gemüseversorgung rund ums Jahr. Was erntereif ist, wird zur Verfügung gestellt. In der Praxis wird die ganze Ernte durch die Anzahl der Ernteanteile geteilt, und ihr findet dann einen Aushang im Depot vor: „Ein Ernteanteil besteht heute aus x Stück Brokkoli, y Salatköpfen, …

Ist SoLaWi wie eine Abokiste?

Nein. In der SoLaWi finanzieren die SoLaWistas die Produktion und nicht die Produkte. Sie legen sich für ein Jahr fest, um dem Anbau Planungssicherheit zu geben; wir teilen alle unser Risiko und unsere Chancen. Geerntet wird (fast) alles, so dass auch die krummen Möhren Verwendung finden.

Großer Faktor Wetter: Wenn wenig zu ernten ist, gibt es auch weniger in den Depots?

Korrekt, solidarische Landwirtschaft heißt das gemeinsame Teilen von Erfolgen und Misserfolgen (Chancen und Risiken) – Wir verfügen allerdings über einen eigenen Brunnen, so dass wir für Trockenheit gewappnet sind.

Für wie lange verpflichte ich mich, wenn ich mich für einen Ernteanteil entscheide?

Die Mitgliedschaft gilt immer für ein Gartenjahr (Anfang März bis Ende Februar). Vor Beginn eines jeden Kalenderjahres, im Dezember, gibt es die nächste Bieterrunde, bei der die Anteile neu vergeben werden.

Kommen außer dem Ernteanteil, den ich bezahle, noch weitere unvorhergesehen Kosten auf mich zu?

Generell erst einmal „nein“. Es werden ohne eine Mitgliederversammlung keine zusätzlichen Kosten veranschlagt, die zu einer Nachzahlung führen. Sollte es unvorhergesehene Kosten geben, die zu einer Nachzahlung führen, würde dies über eine vorherige Mitgliederversammlung besprochen und beschlossen werden.

Ich würde gern einen Anteil kaufen, kann aber nicht so viel geben. Wird jeder, der einen Anteil kaufen möchte, auch einen bekommen oder kann es sein, wenn es viele Interessenten gibt, dass manche nicht berücksichtigt werden können?

Da wir eine Solidargemeinschaft sind, wollen wir es jedem ermöglichen einen Anteil zu erwerben. Natürlich müssen auch die Kosten der Landwirtschaft aufgebracht werden, so dass wir über die gesamte Gemeinschaft den Richtwert (durchschnittliche Kosten pro Ernteanteil) erreichen müssen. Ganz nach dem Motto: Der mehr hat, darf mehr geben – Der weniger hat, darf weniger geben – Alle bekommen das Gleiche. Wir haben derzeit maximal 110 – 120 Anteile zur Verfügung und bei Interesse, dass hierüber hinaus geht, muss situativ entschieden werden.

Kann man denn auch in Raten zahlen?

Ja, aber viertel- oder halbjährlich.

Wie groß ist die Verpflichtung, mitzuarbeiten? Und „spare“ ich dadurch etwas bzw. kann mich durch höhere Beiträge davon „frei kaufen“?

Auch das hängt von der Gemeinschaft ab. Wenn unser Acker-Team genügend Leute insbesondere für die Aussaat im Frühling und im Sommer für die Ernte, aber natürlich auch ganzjährig gewinnen kann, brauchen wir keine externen Saisonkräfte und das Geld kann anderweitig investiert werden.
Bisher haben wir aber kein Modell, bei dem man mehr zahlt und dann nicht helfen muss.
Mitarbeit ist keine Pflicht, es sollte aber jedem bewusst sein, dass der Wirtschaftsplan so aufgestellt ist, dass die Arbeiten auf dem Acker nicht allein von unseren Gärtnern abgedeckt werden können und eine Mithilfe aus der Gemeinschaft heraus erforderlich ist.

Kann ich jederzeit auf den Acker kommen?.

Der Acker ist offen für alle Mitglieder. Am Aufgabenbrett hängt stets eine Liste mit „To Dos“ und unsere Gärtner sind in der Regel über Handy zu erreichen, falls sie nicht vor Ort sind und es Nachfragen gibt. Am besten trifft man sie unter der Woche vormittags oder am Donnerstagnachmittag an.

Ich kann/möchte nicht auf dem Acker arbeiten. Kann ich andere Aufgaben übernehmen?

Mitarbeit ist ebenfalls in unseren Teams möglich.

Wo sind die Depots (Verteilerstationen)?

Unsere Verteilerstationen befinden sich in Ahrenswohlde, Harsefeld, Apensen, Stade, Jork und Buxtehude.

Wann kann/muss ich mein Gemüse abholen?

Die Depots werden ab Freitagmittag auf einer festgelegten Route beliefert, so dass am späten Nachmittag alles verteilt ist. Am besten holt man sein Gemüse (vor allem im Sommer) frisch ab, spätestens jedoch bis Sonntagabend.
Da sich die Depots auf Privatgeländen befinden, ist natürlich auf einen angemessenen Lärmpegel in den Abendstunden zu achten.

Was ist, wenn ich z.B. im Urlaub bin oder aus einem anderen Grund mein Gemüse nicht abholen kann?

Da man nicht, wie beispielsweise bei einer Abokiste, den Bezug des Gemüses pausieren kann, lässt sich das am besten im Vorfeld durch eine Abholung von anderen Mitgliedern, Freunden oder Nachbarn organisieren.

Wie kann ich andere Anteilsnehmer kennenlernen?

Auf unseren Veranstaltungen zum neuen Erntejahr im Dezember und Januar finden sich die meisten Mitglieder ein. Des Weiteren haben wir natürlich auch Aktionstage oder Feste auf dem Acker oder treffen uns beim Pflanzen, Ernten und Kommissionieren. Dazu tauschen wir uns in Gruppen in Messenger-Diensten aus.